Die Projektidee

Gemeinsam nicht Einsam: Entwicklung des Postersteiner Burgbergs zu einem Zentrum für Wohnen, Arbeiten, Kultur und Natur

Das Gesamtvorhaben „Gemeinsam nicht einsam- neues Leben auf dem Land“ möchte beispielhaft aufzeigen, wie das Leben im ländlichen Raum, aufbauend auf den bestehenden Qualitäten und Stärken des dörflichen Lebens, funktionieren kann. Ziel des Vorhabens ist es, den Burgberg wieder mit Leben zu erfüllen, eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit/Tourismus zu etablieren und so Posterstein als Wohn-, Arbeits-, Sozial-, und Kulturraum zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Erste Sicherungsmaßnahmen am Herrenhaus finden statt, ein Transparent informiert über das Projekt.
Erste Sicherungsmaßnahmen am Herrenhaus finden statt, ein Transparent informiert über das Projekt.

Gleichzeitig sollen die baulichen Missstände am identitätsstiftenden Ensemble des Burgbergareals behoben werden um die Eigenart Postersteins zu bewahren und die Identifikation der Bewohner mit ihrem Dorf zu stärken. Einhergehend damit soll das dörfliche Leben in Posterstein gestärkt und krisenfest entwickelt werden, um eine schnelle und flexible Anpassung an die sich wandelnden Erfordernisse zu gewährleisten. Insbesondere soll dem demografischen Wandel aktiv begegnet werden. Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen soll auf die ureigene dörfliche Kompetenz gesetzt werden, die Gemeinsamkeit.

Arbeitsplätze schaffen und Kultur in den Ort bringen

Das Gesamtvorhaben besteht aus acht Teilprojekten, die darauf abzielen, Arbeitsplätze zu schaffen und das Dienstleistungs- und Versorgungsangebot zu erhöhen, Freizeit- und Kultureinrichtungen zu schaffen und die Besonderheiten (wirtschaftlich und sozial) der Gemeinde in Wert setzen. Hierdurch soll die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Gemeinde erhöht und einer Abwanderung entgegengewirkt werden.

Das historische Herrenhaus fiel in den vergangen Jahrzehnten des Leerstands mehrfach Vandalismus zum Opfer.
Das historische Herrenhaus fiel in den vergangen Jahrzehnten des Leerstands mehrfach Vandalismus zum Opfer.

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Schlüssel dieser Entwicklung ist das Miteinander der Bevölkerung, die sich gemeinschaftlich in diesen Prozess einbringt. In Posterstein gibt es eine sehr aktive Dorfgemeinschaft, deren ehrenamtliches Engagement 2006 mit einem „Europäischen Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ gewürdigt wurde.

Bei den acht Teilprojekten handelt es sich um

  1. Gemeinschaftliches Wohnen,
  2. Gemeinschaftsgärten auf dem Burgberg,
  3. Offenes Wohnzimmer im Herrenhaus mit Hofladen,
  4. Ferienwohnungen,
  5. Regionales Touristisches Informationszentrum im Nordflügel der Burg,
  6. Außengestaltung Burghof,
  7. Mobiles Posterstein,
  8. Kreativscheune.

Folgende Vision steht dahinter: Posterstein ist eine vitale Gemeinde, in deren Zentrum der Burgberg liegt. Dieser ist Ortsmitte und Treffpunkt für Einwohner und Gäste. Das Burgbergareal ist ein lebendiger Ort in dem Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur kombiniert wird und ein Kristallisationspunkt des dörflichen Lebens darstellt. Der Burgberg ist das wirtschaftliche, soziale und geistige Zentrum des Orts. Hier entstehen neue Dynamiken, die über die Gemeindegrenzen hinaus ausstrahlen. Die Menschen in Posterstein bilden Verantwortungsgemeinschaften und streben eine nachhaltige und resiliente Gesellschaft an, die Gäste mit authentischer Gastlichkeit empfängt.

Stand: 18. November 2015

Gemeinde mit touristischem Potential

Posterstein ist eine Gemeinde mit 427 Einwohnern (Stand 2013) im Landkreis Altenburger Land. Sie liegt im strukturschwachen ländlichen Raum zwischen Gera und Altenburg. Posterstein, mit dem Ortsteil Stolzenberg, liegt zwischen Altenburg und Gera, inmitten einer sanfthügligen, durch die Mäander des Flüsschen Sprotte geprägten, Landschaft. Über der Sprotte in Posterstein, erhebt sich die gleichnamige mittelalterliche Höhenburg mit dem 25 m hohen Bergfried als äußerem Wahrzeichen.

Posterstein aus der Luft.
Posterstein aus der Luft.

Die Gemeinde verfügt durch die Autobahnanschlussstelle Ronneburg über einen direkten Anschluss an die A4 (Eisenach-Dresden). Laut Regionalplan Ostthüringen liegt Posterstein an der touristischen Infrastrukturachse Gera-Ronneburg-Altenburg. Altenburg ist eine Stadt mit Kultur- und Bildungstourismus (laut LEP). Durch Posterstein führen der Thüringenwanderweg, der Lutherweg und die überregionalen Radwege „Thüringer Städtekette“ sowie die Mittellandroute (D-Netz Route 4) und die Bauerngartenroute (Begleitprojekt Bundesgartenschau 2007).

Über 30.000 Touristen jährlich

Rad- und Wanderwege, das Postersteiner Ritterturnier und das Seifenkistenrennen bringen insgesamt jährlich über 30.000 Touristen in die Gemeinde. Ein Alleinstellungsmerkmal der Region ist der Anbau von Heil-, Gewürz-, und Kräuterpflanzen. Bauerngartenroute und der in Posterstein gelegene Kunst- und Kräuterhof „Auenhof“ greifen dieses Thema bereits auf – perspektivisch soll es weiterentwickelt und touristisch in Wert gesetzt werden.

Ein Gesamtkonzept für den Burgberg

Langfristig soll das gesamte Areal des Burgbergs zukunftsfähig entwickelt werden. Als nächster Schritt soll eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden, die Nachnutzungsmöglichkeiten für die übrigen Gebäudekomplexe aufzeigt und ein Gesamtkonzept mit einer Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Tourismus und Kultur, für das gesamte Burgbergareal darstellt.

Das Herrenhaus des Postersteiner Ritterguts steht seit 1993 leer.
Das Herrenhaus des Postersteiner Ritterguts steht seit 1993 leer.

Die bestehenden Projektideen wurden von den Akteuren vor Ort entworfen und sollen nun durch ein zu beauftragendes Planungsbüro professionell weiterentwickelt werden. In diesem Gesamtkonzept eingebettet sind der Wiederaufbau und die touristische Entwicklung des Nordflügels der Burg, zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur der gesamten Region.

Historische Ansicht des Postersteiner Ritterguts mit Kirche (vorn), Herrenhaus (links), Scheunen , Pferdestall (MItte hinten) und Burg (rechts).
Historische Ansicht des Postersteiner Ritterguts mit Kirche (vorn), Herrenhaus (links), Scheunen , Pferdestall (MItte hinten) und Burg (rechts).
Blick auf den Postersteiner Burgberg heute.
Blick auf den Postersteiner Burgberg heute.

Der Burgberg Posterstein hat für das Altenburger Land und den Osten Thüringen nicht nur historische, sondern auch touristische Relevanz. Dennoch ist die bauliche Situation seit Jahren schwierig: das ehemalige Herrenhaus steht seit 1993 leer, zwei verbliebene Gebäude des ehemaligen Rittergutes ebenfalls, der Nordflügel der Burg wurde nach der Bodenreform abgerissen und stellt in seinem ruinösen Zustand eine bauliche Bedrohung für die wertvolle Burganlage dar.

Den Burgberg mit Leben füllen

Ziel des beabsichtigten Projektes ist es, bauliche Missstände am Identität stiftenden Ensemble zu beheben und den Burgberg gleichzeitig wieder mit Leben zu erfüllen. Damit wird bewusst an dessen alte Funktionen von Arbeiten und Wohnen angeknüpft.
Erste Schwerpunkte bilden das ehemalige Herrenhaus und der Nordflügel der Burg.

Das Herrenhaus

Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts soll ein Zentrum für Wohnen für Jung und Alt werden, das Hilfsangebote untereinander und füreinander befördert und hohe Lebensqualität in einem umweltbewussten, kommunikativen Umfeld bietet.

Gartendenkmalpflegerisches Konzept für den Burgberg von Christiane Gürtler 2011
Gartendenkmalpflegerisches Konzept für den Burgberg von Christiane Gürtler 2011

Burg Posterstein soll den fehlenden Nordflügel wiedererhalten

Der Nordflügel der Burg ist wieder aufzubauen. Hier sollen eine Tourismus-Information, barrierefreie Toiletten, nutzbar für Radfahrer, Wanderer oder Pilger, auch ohne einen Museumsbesuch, sowie ein Aufzug für den barrierefreien Museumszugang entstehen.
Es soll ein Zentrum für Natur und Kultur entstehen, das das einmalige landwirtschaftliche Gewerbe, den Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen mit historischen Informationen verbindet. Damit wird angeknüpft an die Gegenwart und Vergangenheit der leistungsstarken Landwirtschaft im Altenburger Land. Den Erzeugern von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen in der Region und in ganz Thüringen soll so eine Bühne geboten werden über ihre Produkte und die Art und Weise der Erzeugung ihrer Rohstoffe zu berichten.

Touristischer Leuchtturm außerhalb Altenburgs

Diese Aufgabe kann die Tourist-Information in Teilen mit übernehmen. Auf regionaler Ebene trägt die Maßnahme dazu bei, einen weiteren touristischen Leuchtturm außerhalb Altenburgs zu schaffen und somit das touristische Angebot der Region zu erweitern.

Blick in den Park an der Burg Posterstein - ein gartenbauarchitektonisches Konzept für eine neue Bepflanzung gibt es bereits.
Blick in den Park an der Burg Posterstein – ein gartenbauarchitektonisches Konzept für eine neue Bepflanzung gibt es bereits.

Alle baulichen Vorhaben sollen Bezug nehmen auf die Geschichte des ehemaligen Gutshofes und gleichzeitig moderne Elemente wie Barrierefreiheit und energetische Selbstversorgung durch Nutzung regenerativer Energien einbeziehen. Die bisher vier bestehenden Arbeitsplätze sollen erweitert werden.

Die Neuordnung des Burgberges kann nur in einem Netzwerk aus Gemeinde, Verwaltungsgemeinschaft, Landkreis, Vereinen und Bürgern verwirklich werden.

Stand: 2. September 2015

14 Gedanken zu “Die Projektidee

  1. Hallo Klaus, ich verfolge seit geraumer Zeit das gleiche Ziel wie ihr, nur im kleinen für mein 4-Seithof. Ich hatte übrigens ebenfalls bei IBA keine Chance.
    Für mich steht da die Gemeindschaft Schloss Tempelhof als gelebtes Vorbild. Schaut euch das mal an. Praktische Tips können vieleicht auch die WohnStrategen e.V. in Thüringen geben. Ist alles im Internet zu finden.
    Viel Erfolg!
    M.f.G. Andreas

    Gefällt 1 Person

  2. Mir gefällt an diese Projektidee – die gottseidank inzwischen bereits mehr ist als nur eine Idee – jede Menge: Engagement, Mut, umfassendes Konzept das Kultur mit einschliesst, tolle Aufbereitung (Infografik)! Nur Mut! Verfolge es von Holland aus mit viel Sympathie und wünsche gutes Gelingen!.

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    1. Ich bedanke mich mal als Webmaster im Sinne des Vereins und leite es an die Postersteiner weiter. Nächsten Sonntag ist der erste Tag der offenen Tür und Bürgerversammlung, da kommen unterstützende Botschaften aus Holland doch gerade recht.
      Viele Grüße,
      Marlene

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